Inklusion und Bildungsgerechtigkeit

InklusionUnsere Schule soll nach dem Leitbild der Inklusion aufgebaut werden. Das heißt, wir wollen von Anfang an die Schule so planen und bauen, dass das Raumkonzept, die Unterrichtsstruktur sowie die personelle Ausstattung ein Lernen für alle Kinder möglich macht, unabhängig von ihren eventuellen körperlichen, geistigen, sprachlichen oder sonstigen Barrieren.
In diesem Sinne wollen wir die Bildungsgerechtigkeit erhöhen und gleiche Chancen für alle schaffen.
Wir wollen als beispielhafte Schule in Sachsen-Anhalt diese Ziel, welches ein Recht aller Kinder ist, in die Praxis umsetzten.

nachfolgende Ausführungen sind aus dem Buch:
Inklusion – Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt
aus BOBAN,I.& HINZ,A.Index für Inklusion
2003, Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg.
entnommen.

“Inklusion in Erziehung und Bildung bedeutet…

1. die gleiche Wertschätzung aller SchülerInnen und MitarbeiterInnen,

2. die Steigerung der Teilhabe aller SchülerInnen an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule,

3.die Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken der Schulen, so dass sie besser auf die Vielfalt der SchülerInnen ihres Umfeldes eingehen,

4. den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller SchülerInnen, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen wird,

5.die Anregung durch Projekte, die Barrieren für Zugang und Teilhabe bestimmter SchülerInnen überwinden und mit denen Veränderungen zum Wohl vieler SchülerInnen bewirkt werden konnten,

6. die Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den SchülerInnen Chancen für das gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gilt,

7. die Anerkennung, dass alle SchülerInnen ein Recht auf wohnortnahe Bildung und Erziehung haben,

8. die Verbesserung von Schulen nicht nur für die SchlülerInnen, sondern auch für alle anderen Beteiligten,

9.die Betonung der Bedeutung von Schulen dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu vermitteln und Leistungen zu steigern,

10. den Auf- und Ausbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Schulen und Gemeinden,

11. den Anspruch, dass Inklusion in der Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der Gesellschaft ist. ”

Barrieren für Lernen und Teilhabe

“Im Index für Inklusion ersetzt der Begriff ‘Hindernisse für Lernen und Teilhabe’ das Konzept des ‘sonderpädagogischen Förderbedarfs.’ Der Ansatz pädagogische Schwierigkeiten darauf zurückführen zu können, dass einige Kinder einen ‘sonderpädagogische Förderbedarf’ haben, weist beträchtliche Beschränkungen auf.
Er verleiht bestimmten Personen ein Etikett, das zu abgesenkten Erwartungen führen kann. Gleichzeitig wendet er die Aufmerksamkeit nicht nur von vorhandenen Schwierigkeiten anderer SchülerInnen ohne dieses Etikett ab, sondern auch von Hintergründen dieser Schwierigkeiten in Beziehungen, Kulturen, Inhalten, Unterricht und Lernzugängen, Schulorganisation und Strukturen…..

Inklusion
Teihabe bedeutet, mit anderen gemeinsam zu lernen und mit ihnen bei gemeinsamen Lernprozessen zusammenzuarbeiten. Dies erfordert eine aktive Beteiligung am Lernprozess und das Gespräch über die Lernerfahrungen. Letztlich geht es um die Wahrnehmung, Akzeptanz und Wertschätzung eines jeden.
Inklusion zu entwickeln bedeutet gleichzeitig, Aussonderungsdruck zu reduzieren. Wie Inklusion wird auch Aussonderung in einem weiten Sinne verstanden, sie bezieht sich auf alle zeitweiligen oder längerfristigen Drucksituationen, die an voller Teilhabe hindern. Schwierigkeiten, die zu Aussonderungsdruck führen, können auf der Beziehungsebene liegen, mit Unterrichtsgegenständen zu tun haben und aus dem Gefühl entstehen, nicht wertgeschätzt zu werden. Inklusion geht es darum, alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle SchülerInnen auf ein Minimum zu reduzieren.
…..Von dem Bemühen, die Schwierigkeiten einer Schülerin oder eines Schülers zu identifizieren und zu reduzieren, werden auch andere SchülerInnen profitieren, deren Lernprozesse eigentlich nich Anlass zur Sorge geben. Dies ist ein Weg, wie Unterschiede zwischen SchülerInnen in Interessen, Wissen, Fähigkeiten, familiärem Hintergrund, Erstsprache, Begabung oder Beeinträchtigung zu Potentialen für die Unterstützung des Lernens aller werden können.”

Aktueller Literaturhinweis und Empfehlunngen zum Thema:

Jan und Raul Krauthausen Gründer von SOZIALHELDEN: www.sozialhelden.de

-” Wenn Menschen mit Behinderungen einen anderen Weg nehmen” – Geschichten, die Mut machen! www.die-andersmacher.org

REICH, K. (Hrsg.) ,Inklusion und Bildungsgerechtigkeit – Standards und Regeln zur Umsetzung einer inklusiven Schule’, BELTZ 2012, ISBN: 978-3-407-25681-2

MOSER, V. (Hrsg.), Die inklusive Schule - Standards für die Umsetzung, Kohlhammer 2013, ISBN: 978-3-17-023981-4

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